Faschingskonzert am 16.02.2004

Musikschule mit großer Faschingsparty

Die 17. Ausgabe des "etwas anderen Konzertes" der Musikschule Badische Bergstraße unter Leitung von Gabi und Wolfgang Ringhof fand in diesem Jahr am 16.02. im Musiktheater der Dietrich-Bonhoeffer-Schule statt. Über 300 musik- und faschingsbegeisterte Zuhörer kamen, um das Spektakel der bunt verkleideten Schüler und Lehrkräfte zu bestaunen. Und es hat sich gelohnt! Ein wahres Feuerwerk an Vielseitigkeit und Können machten das 2-Stunden-Programm zu einer kurzweiligen Faschingsshow. 

Eröffnet wurde das Konzert mit einem 50-köpfigen Ensemble, das dem Publikum mit dem Disco-Klassiker "That's the Way I Like" von K.C. & the Sunshine Band gleich von Beginn an einheizte. Das Grundgerüst dieser Big Band stellte die "Rockband Ü30" mit ihrem Sänger Lothar Schwambach, eine Kooperation mit der VHS. Schulleiter Jürgen Osuchowski, der im barocken Outfit durch den Abend führte, berichtete davon, dass manche Kurse der VHS und der Musikschule halt doch das Leben nachhaltig beeinflussen. So habe sich kurz nach Gründung der Band eine Ehefrau bei der Musikschule gemeldet und um Rat gefragt. Ihr Mann hätte den Fernsehsessel aus dem Wohnzimmer geschoben und durch einen Gitarrenverstärker ersetzt. Außerdem würde er sich die Haare lang wachsen lassen und würde immer diese ausgeflippten Klamotten tragen. Kurzerhand hätten VHS und Musikschule daraufhin die Selbsthilfegruppe "Hilfe, mein Mann ist ein Rocker" ins Programm aufgenommen, mit großer Nachfrage und natürlich kostendeckend.

Danach spielten die jüngsten Künstler des Abends. "The Little Beginners", bestehend aus Mitgliedern des Vororchesters, brachten 3 kurze Titel zu Gehör. Die "Blue Ribbon Girls", die "schnellsten Mädchen westlich der Weschnitz", so Schulleiter Osuchowski, sangen und spielten "Moonlight Shadow" von Mike Oldfield. Aber es wurden nicht nur Titel nachgespielt, sondern auch den "jungen wilden Komponisten" der Musikschule Raum zur Selbstdarstellung geboten. Die "Fazers" spielten "Wild Flowers" von Kevin Erdel, Johannes Wahner seine Eigenkomposition "Memory" und Clemens Raqué seinen "Frühlingswalzer in f-moll" zum Anlass des 200. Geburtstages von Johann Strauß (Vater). Sowieso war Abwechslung angesagt. Neben Solobeiträgen der Geschwister Maren und Nelly Schmitt gab es kleinere, mittlere und XXL-Ensembles. 

Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt der "Sketchcompany" mit ihrer Darstellung des Loriot-Klassikers "Der Konzertbesuch". Hervorzuheben ist hier die schauspielerische Leistung von Timo Jährling, der die Rolle des Konzertbesuchers übernommen hatte, der die Eintrittskarte bei dem Preisausschreiben von Salamo Bratfett ohne gewonnen hatte und für Unruhe sorgte. Timo Jährling bewies im Laufe des Abends seine enorme Vielseitigkeit. Als Cellist bei fast allen Streicherbeiträgen (u.a. Solist bei den "Alternative Celli", als Rap-Sänger (gemeinsam mit dem starken Simon Raqué) bei "Sie ist weg" und "Gangstas Paradise" und als "Jake" bei dem Blues Brothers Titel "Gimme Some Lovin'" überzeugte er auf der ganzen Linie. 

Als Gegenpol zu den eher ruhigen Beiträgen war der Auftritt der Verticals zu sehen, der Rockband der Musikschule. Mit ihrer fantastischen Frontfrau Agnieszka "Agi" Starzetz brachten sie den Saal zum Rocken. Kurzfristig musste noch der etatmäßige Schlagzeuger der Band ersetzt werden. Dieser hatte sich am Nachmittag beim Sport verletzt. Spontan sprang Claudia Gunkel ein, die sowieso bei fast allen Titeln des Abends souverän und druckvoll das Drumset bediente. Sie erntete für ihre Leistung Szenenapplaus. "The String Orchestra" spielten gekonnt und intonationssicher ein Medley aus der Westside Story von Leonard Bernstein und ließen das Publikum beim Klang der Geigen schwelgen. 

Apropos Orchester: Das Kooperationsorchester der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und der Musikschule unter Leitung von Gabi Ringhof und Wolfram Schmidt hatten unter dem Pseudonym "Urban Phunk Orkestra" ihren ersten Auftritt. Gespielt wurde "The Typewriter" von Leroy Anderson, einem Konzertstück für Schreibmaschine und Orchester. Die Rolle der "Tippse" übernahm der verblüffend echt kostümierte Carsten Ehret. Neben den konzertanten Beiträgen waren aber auch sportliche Leistungen gefragt. Zunächst vollzogen die "High Saxons" einen steten Wechsel von Klavierspielen und Tanzen, später unter der spontanen Anleitung von Monika Luzie Weinmann tanzte, drehte und sang das Publikum begeistert mit. Gerade bei den Titeln "Don't take my coconuts" mit den Solisten Viviane Möller und Manuela Rentrop, "The Passenger" mit dem Ohrwurmfaktor 10 und "High-Blood Pressure" (Solist: Wolfgang Mothes), dem Instrumentaltitel "Gold" mit dem E-Geiger Hans-Georg Geiß hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Für den nötigen Drive sorgten die Conga-Spieler der "Dschungel Camp Drums" und die fantastischen Bläser von "Brass'zamme". 

Alles in allem ein fantastischer Abend, der zeigt, was für positive Ergebnisse man erhält, wenn man Kinder und Jugendliche entsprechend fördert. Nach Aussage von Schulleiter Osuchowski haben die mitwirkenden Lehrkräfte bei der Planung, dem Erstellen der Arrangements, bei der Einstudierung mit den Ensembles und bei der Aufführung unentgeltlich ihr Engagement in den Dienst der Schule gestellt. Das Ergebnis zeigt: Es hat sich gelohnt. Bitte noch eine 18. Ausgabe in 2005!

--> Fotos der Veranstaltung

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